Transalp 2001
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Etwa 500 km und 19.000 hm

Das lange Bangen, ob das Wetter wohl in diesem Jahr mal richtig zuschlägt, hatte den einen oder anderen von uns noch kurz vor der Abfahrt zu Angstkäufen von Regenausrüstung getrieben. In den letzten beiden Jahren hatten wir ja ungeheuerliches Glück mit dem Wetter gehabt. Aufgrund dessen und der diesjährigen Wetterlage musste es uns einfach mal richtig "ausrußen."

Schon die Fahrt von Dresden nach Scharnitz spielte sich vorrangig bei Regen ab. Wir waren mit einem PKW und einem Kleinbus unterwegs. Im PKW hatten Silke, Uwe und Andi die Zelte für die komplette Mannschaft von 9 Leuten mit, welche sie dann schon aufbauen sollten, da ja der PKW sicherlich etwas eher ankommt.

 

Erste Etappe: Scharnitz - Karwendel - Inntal

Die ganze Nacht hatte es nicht richtig aufgehört mit Regnen. Gegen 6 Uhr waren die ersten Klappergeräusche vor dem Zelt zu vernehmen, aber so richtig motiviert zum Aufstehen war bestimmt nur der Tom - Evas Cockerspaniel.

Dicht gedrängt unter der Heckklappe des Busses wollten sich 7 Mann und 1 Frau umziehen und ihren Rucksack packen. Gegen 9 Uhr waren dann alle soweit startklar und schön wasserdicht verpackt. Also los!

Gleich im Ort zweigt eine kleine Straße in Richtung Karwendeltäler von der großen Hauptstraße ab. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Als es das erste Mal bergauf ging, mussten wir auch gleich eine Pause einlegen, da nun schon ein ganz klein wenig die Sonne durch die Wolken lugte und es von Innen her anfing zu dampfen. Ausziehen!

Anhaltend, aber mit angenehmer Steigung ging es hinauf zum Karwendelhaus. Dort angekommen schien schon fast richtig die Sonne und wir erfuhren, dass soeben die Transalp-Challenge in Mittenwald gestartet war und wir ein Verfolgerfeld von 700 Mann hinter uns hatten. Die durften uns natürlich nicht kriegen! Schnell weiter und hinunter nach Boden. Aber keine Gefahr, die Markierung der Transalp-Challenge zweigte hier von unserer Strecke ab.

Andi navigiert - er ist wieder in seinem Element und der Rest der Gruppe ist ihm hoffnungslos ausgeliefert

Weiter gings hinauf zur Falkenhütte, oder besser nicht ganz, sonder kurz darunter nahmen wir den Abzweig hinüber zu Hohljoch. Der Weg ist steinig, aber zum großen Teil fahrbar. Auf alle Fälle ist er eine gute Alternative zur Abfahrt zur Lalidersalm und darauffolgenden Auffahrt.

Radwäsche

Schnell waren wir über das Hohljoch hinweg und freuten uns auf die Abfahrt hinunter in die Eng. Aber ach! Der Trail stellte sich auf ca. 150 hm als fürchterlich schlammig heraus. Was tun? Fahren ging kaum, aber Laufen war noch schlechter. Also rauf aufs Rad, Bremsen gezogen und rutschen lassen. Irgendwie haben es alle sturzfrei geschafft. Am nächsten Bach war Radwäsche angesagt.

Viel Volk und Trubel in der Eng lud uns nicht zum Verweilen ein, so dass wir schnurstracks unseren letzten Anstieg für heute zum Lamsenjoch in Angriff nahmen.

Da wir gut in der Zeit lagen, gönnten wir uns noch eine ausgedehnte Rast mit Suppe und Radler auf der Bins -Alm.

Hier hatten wir dann auch die erste (und für unser Team ganz typische) Panne. Gerade als zum Aufbruch geblasen wurde, war ein deutliches und markantes Zischen zu hören. Binnen Sekunden hatte Ralli einen schönen Plattfuß. Einfach so vom Dastehen. Das brachte ihm dann natürlich bei jeder Rast die Bemerkung ein, er möge doch sein Rad in den Schatten stellen, sonst...

Die letzten Meter zum Joch hinauf sind kaum fahrbar, dafür ist die Abfahrt ins Inntal hinunter mit ca. 1100 hm auf Schotter und ca. 300 hm Asphalt ein wahrer Hochgenuss!

Nach kurzer Verwirrung fanden wir dann Eva auf dem Zeltplatz in Weer. Eigentlich waren wir auf dem Camp in Pill verabredet gewesen, aber sie hatte einen schöneren Platz aufgetrieben.

Am Abend musste dann noch unsere Design-Abteilung zur Tat schreiten, denn Andreas hatte es nach über einem Jahr immer noch nicht geschafft, seinem extrem schlichten Rahmen ein gescheites Aussehen zu verpassen.

 

Die Taufe des NONAME

 

Zweite Etappe: Inntal - Grafensjoch - Klammjoch - Steinach a. Brenner -Gschnitz

 

Was wir an diesem Morgen noch nicht so richtig wussten, dass uns heute die "Königsetappe" bevorstand, wohl aber, dass wir gleich als erstes den größten Höhenunterschied der ganzen Tour zu überwinden hatten. Also rollerten wir recht gemütlich los.

Zuerst ging es einmal steil hinauf nach Außerweerberg, dann flacher ins Tal hinein nach Mitterweerberg, bis die Asphaltstraße endete und nur ein kleiner Weg noch weiter in Richtung Heidelberger Hütte führte. Bis dahin waren es also 700 hm Vorspiel, jetzt sollte es richtig losgehen.

Auffahrt zum Grafensjoch

Willkommener Rastpunkt auf dem Weg zum Grafensjoch

Bei glühender Sonne strampelten wir mit viel Ruhe und einigen Pausen die restlichen 1000 hm hinauf bis zu einer kleinen Hütte, von wo es noch etwa 150 hm zu Schieben und zu Tragen waren.

Das Grafensjoch ist nach Westen hin ein sehr steiler Wiesenhang.

Eigentlich hatten wir vorgehabt, traversierend in Richtung Lizumer Hütte zu gelangen, um einige hundert Höhenmeter zu sparen. Aber der Pfad am Hang stellte sich als vollkommen unfahrbar heraus. Unterwegs begegnete uns ein Wanderer, welcher uns dringendst davon abriet, diesen Weg weiter zu verfolgen.

Das gesamte Gebiet um die Lizumer Hütte ist militärisches Sperrgebiet und darf nur von Fußgängern betreten werden. Jegliches Fahren ist streng verboten und man wird das Tal hinuntergeschickt.

Nichteinmal Fahrradschieben soll erlaubt sein!

Allerdings kannte sich der Wanderer sehr gut im Dienstplan aus und konnte uns am heutigen Tag empfehlen, gerade ins Tal hinunter zu fahren und dann die Straße hinauf und sofort hinter dem Schießstand rechts abzubiegen. Da würde uns jetzt keiner sehen, da zurzeit Innendienst war...

Jeder entwickelt mit der Zeit seine Lieblings-Tragetechnologie

Gesagt, getan. Nur leider mit dem kleinen Nachteil, dass sich dadurch 400 Höhenmeter mehr einschlichen.

Abtahrt vom Klammjoch

 

Die Schotterpiste hinter dem Schießstand war teilweise ganz schön steil, so dass wir gleich schoben, damit niemand uns nachsagen konnte, wir würden fahren...

Die Abfahrt vom Klammjoch war zwar schön, aber vom Viehtrieb und dem Regen der vorangegangenen Tage teilweise furchtbar schlammig. Ziemlich platt kamen wir in Steinach an, wo dann auch einige den Service nutzten, sich mit dem Bus abholen zu lassen, denn es sollte noch 14 km bergan nach Gschnitz gehen, wo Eva einen wunderschönen ("schwarzen") Zeltplatz am Bach ausfindig gemacht hatte.

 

Dritte Etappe: Gschnitz - Gerichtsherrenalm - Vinaders - Sattelalm - Brenner - Edelweishütte - Schlüsseljoch - Wieden

Nach einer herrlichen Nacht am rauschenden Gebirgsbach rollten wir die Straße wieder in Richtung Steinach. In Trins ging es dann rechts weg und über Forststraßen hinauf zur Gerichtsherrenalm.

Eigentlich hatten wir ja noch gar nichts weiter geschafft, aber ein kleines Süppchen surfte es schon sein... Nach ausgiebiger Rast düsten wir hinunter nach Vinaders.

Hier trennten sich Andreas und Berry vom uns, da sie die weniger anstrengende Strecke über die Brennerstraße nehmen wollten.

Lemmel und der Held hatten sich einen Ruhetag gegönnt. Deshalb waren wir zu einem kleinen Vierergrüppchen geschrumpft.

Am Brenner-Grenzkamm

Wo gehts denn lang? Oder viele Köche verderben den Brei!

Teilweise sehr steil ging es hinauf zur Sattelalm, vorbei an unzähligen wilden Orchideen. Durch ein malerisches kleines Tal gelangten wir zur italienischen Grenze. Nach deren Überwindung prasselten wir auf der anderen Seite durch den Schotter der Brennergrenzkammstraße hinunter zum Brenner.

Nach Überquerung der Brennerstraße strampelten und schoben wir auf der gegenüberliegenden Seite hinauf zur Edelweishütte.

Hier warteten schon Berry und Andreas auf uns.

Andi verschnauft!

Nach reichlicher Rast und Mahlzeit, versuchten wir weiter in Richtung Schlüsseljoch zu fahren, was uns aber wegen der vollen Mägen nicht so richtig gelang.

Die Strecke ist steil und sehr steinig mit tiefen Erosionsrinnen.

Andreas war am Joch völlig breit, was ja auch nicht verwundert, denn er hatte die Wartezeit auf der sonnigen Hüttenterrasse im Wesentlichen mit Essen und Trinken ausgefüllt.

 

Trotzdem hatten manche noch viel zu viel Schwung bei der Passankunft, dass sie es gerade noch erbremsen konnten!

Passankunft

Einfach super - die Abfahrt nach Wieden

 

Die Schotterabfahrt hinunter nach Wieden ist eine der Besten, die die Alpen zu bieten haben!

Hier stimmt einfach alles! Aber aufgepasst! Ein Felssturz hat einen Teil des Weges "tiefergelegt." Hier ist nur ein Draht zur Absperrung gespannt, und das Ganze liegt hinter einer Kurve!

Nach etwa 850 hm Downhill kamen wir wohlbehalten in Wieden an, wo wir uns im Gras liegend einen kühlen Blechapfel gönnten und den Tag ganz in Ruhe mit Blick auf die letzte Abfahrtsstrecke ausklingen ließen.

Eva hatte uns beim Bürgermeister einen wunderschönen Zeltplatz gleich neben dem Sportplatz versorgt.

 

Vierte Etappe: Wieden - Pfunderer Joch - Niedervintl - Dörfl Viletta - Lusener Alm - Lüsen

 

Früh morgens starteten wir in östlicher Richtung über die Holzbrücke und folgten der alten Militärstraße zum Pfunderer Joch.

Der Forstweg führte uns steil durch das bewaldete Tal mit rauschendem Bach bergan, bis wir die Waldgrenze erreichten. Dort wird es dann auch wieder etwas flacher.

Erst weiter oben wird der Weg wieder steiler und holprig. Bei guten Bedingungen ist der gesamte Anstieg fahrbar. Wir hatten aber am Pass ein riesiges Schneefeld, welches den Weg schon lange vorher schlammig werden ließ.

Auf der Ostseite reichte das Schneefeld noch viel tiefer hinunter, so dass wir uns eine besondere Fahrtechnik einfallen lassen mussten: Sattel bis zum Anschlag versenkt und beide Hacken im weichen Firn eingestemmt, schlingerten wir mit Überschlagsgefühlen talwärts.

Das Schneefeld kurz vor dem Pfunderer Joch

Uwe ist jetzt vorsichtiger geworden und trägt sein Rad auch mal

Der gesamte Talboden unterhalb des Schneefeldes war stark aufgeweicht, was auch zum einzigen Sturz mit Verletzung unserer Tour führte. Uwe war in einem Schlammloch stecken geblieben und hatte sich an einem Stein das Knie aufgeschnitten. Etwas verschreckt konnte er aber nach kurzer Behandlung weiterfahren.

Ein herrlicher Singletrail, gefolgt von einer exponierten Schotterstrecke an steilem Hang führte uns hinab auf eine kleine Asphaltstraße, auf welcher wir schnell nach Niedervintl gelangten.

Hier auf dem Markplatz genossen wie Eis und Cappuccino in der Mittagshitze, bevor wir uns wieder aufmachten, um den zweiten Berg des Tages in Angriff zu nehmen.

Andreas, der sich heute eine Auszeit zugesprochen hatte, hatte Eva in Niedervintl abgesetzt, da sie auch ein Stück mitfahren wollte.

Sie war schon vor uns gestartet, damit sie am Berg einen Vorsprung vor uns hat. Wir wollten sie unterwegs einholen. Das ging allerdings gründlich schief, da der Waldhang von sich windenden und sich kreuzenden Wegen durchzogen war, welche nicht mit der Karte übereinstimmten.

Gewitter zog auf und von Eva keine Spur. Wir versuchten es mit telefonischem Kontakt. Das funktionierte auch, brachte uns aber auch nicht weiter, da Eva uns absolut nicht sagen konnte, wo sie sich gerade befand. Also immer weiter hinauf. Zum Glück hatte das Gewitter keine Lust auf Regen und Eva saß kurz vor dem vereinbarten Treffpunkt wie immer gut gelaunt am Wegesrand.

 

Die schöne Abfahrt nach Niedervintl

Da wir den geplanten Weg auf der anderen Seite hinunter verfehlten, entdeckten wir einen Wanderweg, welcher am Anfang zwar etwas stressig war, da alle paar Meter ein Gatter zu übersteigen war, weiter unten aber für alle Mühen entlohnte. Der Singletrail durch den steilen Wald war erste Sahne. (Wanderweg Nr. 14 von der Ronerhütte)

In Lüsen hatte Andreas einen schönen Zeltplatz mit vielen gierigen Mücken gleich hinter dem Sportplatz organisiert - noch mal vielen Dank an dieser Stelle dafür!

 

Fünfte Etappe: Lüsen - Passo Rodella - St. Peter - Flitzerscharte - St. Ulrich

Ruhetag! Deshalb erschien es verzeihlich, dass es heute erst einmal ein kleines Asphaltsträßchen gemächlich hinauf ging zum Passo Rodella. Die Straße ist wenig befahren und daher sehr angenehm.

Vom Pass zischten wir hinunter nach St. Peter im Villnößtal.

Gleich unterhalb von Pitzack verließen wir das Tal wieder in Richtung Oberfilz (WW Nr. 31), zuerst auf Asphalt, später steiler auf Schotterwegen hinauf zur Flitzerscharte.

Leider waren die letzten 300 hm sehr steil und mit großen Steinen und Stufen durchsetzt, so dass wir hier die erste Tragepassage unserer diesjährigen Tour hatten.

Nach einer kurzen Rast am Passe strampelten wir hinüber zur Saltner-Alm, von wo uns spannende Singletrails hinunter nach St. Ulrich leiteten (WW Nr. 7 zur Mittelstation der Seilbahn).

Tragepassage kurz vor der Flitzerscharte

Ruhetag vor der Kulisse des Langkofels

 

Die spannende Frage nach der heutigen Übernachtung löste sich ganz prima. Schon beim ersten Bauern, den wir fragten, durften wir vorm Haus unsere Zelte aufstellen.

So konnten wir einen geruhsamen Abend mit herrlichem Blick auf die Seiser Alm verbringen.

 

Sechste Etappe: St. Ulrich - Seiser Alm - Tierser Alp - Obereggen - Predazzo

 

Auffahrt zum Tierser Alpl-Haus

Heute stand uns wieder eine längere Etappe bevor und ich hatte am Abend zu frühem Start gemahnt. Aber das hatten wohl alle als Scherz aufgefasst. Als die Ersten endlich tartklar im Sattel saßen, wurde noch mal in aller Ruhe Kaffee aufgesetzt.

Als sich die Letzten dann auch ausgekäst hatten, düsten wir die steilen Straßen hinab ins Zentrum von St. Ulrich.

Auf der Gegenseite ging es erst flach dahin in Richtung Kastelruth/ Pufels, am Bach aber sofort immer steiler werdend links hinauf auf die Seiser Alm.

Dort oben rollten wir mit geringer Steigung auf den Wanderautobahnen entlang zum Seiser Almhaus, und dahinter teilweise extrem steil hinauf zum Tierser Alphaus.

In dieser Seilbahngegeng wimmelte überall von Touris, so dass wir ganz schnell wieder das Weite suchten.

Die "Abfahrt" durch das Bärenloch stellte sich als unfahrbarer Klettersteig heraus, was uns nötigte, ca. 200 hm hinab zu tragen. Der darauf folgende Trail entschädigte aber auf jeden Fall für die obere Kletterpassage.

Aufgrund der schon deutlich vorangeschrittenen Zeit entschlossen wir uns, die Karerpassstraße bis hinauf zur Tscheiner Hütte zu fahren, was sich auf Grund des geringen Verkehrs als nicht zu unangenehm herausstellte.

Von hier rollten wir vorbei an der Moseralm hinab zum Karersee und bogen etwas unterhalb in einen sehr genüsslichen Waldweg ein. Dieser führte uns schnell nach Obereggen, von wo aus wir den letzten Anstieg für heute in Angriff nahmen.

Wir radelten die kleine Straße mit wechselnder Steigung hinauf am Gasthaus Epircher Laner vorbei, um dann die letzten steilen Meter auf einem Wiesen- und Schotterweg zum Reiterjoch hinter uns zu bringen.

Die "Abfahrt ins Bärenloch

Am Abend wurden dann die Daten aus dem Bike-Computer ausgewertet und mit dem Plan verglichen. Im Gegensatz zum Morgen konnten es jetzt gar nicht genug Höhenmeter sein.

 

Die Abfahrt hinunter nach Predazzo war teilweise so steil, dass einige von uns Bremsprobleme hatten, insbesondere die mit Scheibenbremsen.

Entspannt radelten wir dann das letzte Stück zum Zeltplatz in Richtung Bellamonte hinauf, wo uns heiße Duschen und leckeres italienisches Eis empfingen.

 

Siebente Etappe: Predazzo - Passo Sadole - Val die Cion - Passo Cinque Croci - Valsugana - Levico

Vom Camping in Predazzo steuerten wir den Passo Sadole an. Wir fuhren steile Wege und Straßen am Waldhang auf und ab. Es wäre besser gewesen, am Camping nicht gleich hinauf, sondern erst im Tal bis Bosin zu fahren und von da aus in Richtung Rif. Cauriol der Forststraße zu folgen.

Auffahrt durch den Wald

Vom Rifugio an wurde die Strecke anspruchsvoller, keine befestigte Forststraße mehr, sondern steile Wiesen- und Schotterwege.

Ab etwa 200 hm unterhalb des Passes war der Weg nicht mehr fahrbar. Nach einer kleinen Schiebestrecke erwartete uns der Pass mit seinen militärischen Befestigungen aus dem ersten Weltkrieg. Nun galt es den Sattel zu versenken und den anspruchsvollen Singletrail hinunter ins Val Cion in Angriff zu nehmen.

Auf der Sonnenterrasse des Rif. Refavaie kamen wir dann zu der einheitlichen Meinung, dass der Geschmack des Bieres nicht von Sorte und Temperatur, sondern von Ort und Rahmen des Genusses abhängig ist.

Nur mit Mühe konnten wir uns entschließen, den bevorstehenden Anstieg zum Passo Cinque Croci unter die Stollen zu nehmen. Einige von uns kannten diese Strecke schon als Abfahrt vom letzten Jahr, und die war rasant gewesen!

Doch am Ende war alles gar nicht so schlimm. In Ruhe und mit schön gleichmäßigem Tempo erreichten wir eine Schafalm am Pass, wo wir uns kurz etwas untergestellt hatten, um die Wettersachen anzulegen.

Eine Kuh war auf den Geschmack menschlicher Ausdünstungen gekommen und machte sich schleckender und sabbernder Weise über Uwes Lenkergriffe und Sattel her. Er fands nicht so besonders lecker, aber Gesäßcreme konnte er sich für den Rest der Tour sparen.

Es war windig und kühl geworden und ein Gewitter drohte, deshalb beeilten wir uns hinunter zu kommen.

Die Abfahrt auf der schon etwas ausgefahrenen Schotterpiste machte viel Spaß. Deutlich waren die Spuren der Transalp-Challenge sichtbar: bei der Auffahrt aus dem Val Cion in Form von Power-Bar-Verpackungen und bei der Abfahrt in Form von Bremsspuren vor jeder Kurve.

Das Bild gehört nicht in diese Etappe

Schnell und ohne nass zu werden hatten wir das Valsugana erreicht, wo uns der furchtbarste Abschnitt der ganzen Tour erwartete.

Zuerst hatten wir die autobahnartige Schnellstraße erwischt, weil keine Ausschilderung über die Dörfer existierte. Es war ein sehr beeindruckendes Gefühl, in einem Tunnel von LKWs mit Tempo 80 überholt zu werden.

Dann fanden wir die alte Landstraße wieder, welche immer schön auf und ab alle an der Strecke liegenden Dörfer mitnahm. Und dazu war es drückend heiß und schwül.

An einem der Seen bei Levico hatte Eva einen sauteuren, aber dafür schön hässlichen Campingplatz erstanden, welcher uns aber wenigstens eine Dusche im Sanitärcontainer und leckeres Eis bot.

 

Achte Etappe: Levico - Passo Valsorda - Matarello - Aldeno - Lago die Cei - Noarna - Patone - Monte Somator - Passo Bordala - Santa Barbara - Arco

 




 

Auf Grund der langen, noch zurückzulegenden Strecke bis zum Gardasee verzichteten wir darauf, durchs Gelände zu fahren. Auf der Straße wollten wir so schnell wie mölgich den Gardasee erreichen.

Am Lago die Cei suchten wir uns eine Strecke aus dem Moser Bike Guide aus. So wollten wir unserer Straßenetappe doch noch eine Krone aufsetzten.

In einer Hand den Bik Guide, mit der anderen etwas lenken und aller 200 m die Beschreibung vergleichend fuhren wir los. Eigentlich ist ein Verfahren mit dieser exakten Beschreibung nicht möglich.

Die Tour ging gleich richtig zur Sache. Doch leider war irgendwo ein Fehler eingebaut oder wir waren auch nur zu unqualifiziert, die Beschreibung zu verstehen. Jedenfalls fanden wir uns ganz woanders wieder, als gewollt.

So hatten wir uns noch mal 700 zusätzliche Höhenmeter verschafft. Das lies dann die Stimmung etwas sinken, da wir uns schon in Gedanken am Nachmittag gemütlich am See liegen gesehen hatten.

Fast zeitgleich mit der Transalp-Challenge rollten wir am Gardasee ein und bezogen Quartier auf dem Campinglatz Zoo in Arco. Unser Empfang fiehl aber etwas bescheidener aus - die Zeltplatzrezeption, wo wir statt Zielprämie noch etwas draufzahlen mußten.

Am Abend spazierten wir noch gemütlich durch Arco und genossen riesige Pizzas und Eise.

 

Das Team

 

  Andis.Eschdorfs Kommentar zur Tour

Mail-AdresseEva Konrad
Mail-AdresseSilke
Mail-AdresseLemmel
Mail-AdresseRalph
Mail-AdresseAndi
Mail-AdresseBery
Mail-AdresseAndreas.Eschdorf
Mail-AdresseUwe
Mail-AdresseHeld

 

Statistik

Diese Tour würde ich als die gelungenste unserer bisherigen Alpenüberquerungen bezeichnen. Das Schieben und Tragen hat sich sehr in Grenzen gehalten (insgesammt ca. 800 hm hoch und 200 hm runter).

Etwas weiniger Asphalt währe angenehm und sicherlich realisierbar, vor allem in der siebenten Etappe. Dort würde ich vorschlagen nach dem Passo Cinque Croci nicht ganz bis ins Valsugana abzufahren, sondern noch weiter westlich über den Passo di Palu zu fahren oder noch die Gegend um den M. Ortigara mitzunehmen.

Bei der zweiten Etappe ist es denkbar, über den Patscherkofel zu fahren. Damit kann man eventuellen Komplikationen mit dem militärischen Sperrgebiet aus dem Weg gehen. Die Strecke scheint gut fahrbar und mit wenig Asphalt ausgestattet zu sein.

Als Tour für Transalp-Einsteiger würde ich diese Route nicht unbedingt empfehlen, da die Etappen teilweise recht anstrengend sind. Ist aber reichlich Kondition und alpine Erfahrung vorhanden, können auch Transalp-Neulinge diese Tour in Angriff nehmen, da die technischen Schwierigkeiten und die Schiebe-/ Tragepassagen eher moderat sind.

Das Höhenprofil unserer Tour - und viele Grüße vom Routenbauer

 

Kartenmaterial

 

DAV-Karte Nr. 5/1

Karwendelgebirge - Westliches Blatt 1:25.000 (ISBN 3- 28777-03-3)

DAV-Karte Nr. 5/2

Karwendelgebirge - Mittleres Blatt 1:25.000

DAV-Karte Nr. 5/3

Karwendelgebirge - Östliches Blatt 1:25.000 (ISBN 3- 28777-09-2)

freytag & berndt WK 151

Zillertal - Tuxer Alpen - Jenbach - Schwaz 1:50.000 (ISBN 3-85084-751-9)

DAV-Karte Nr. 31/5

Innsbruck 1:50.000 (nur benötigt bei Verlegung der 2. Etappe über Patscherkofel)

DAV-Karte Nr. 31/3

Brennerberge 1:50.000

Tabacco Nr. 038

Sterzing - Stubaier Alpen 1:25.000

Tabacco Nr. 037

Pfunderer Berge 1:25.000

Tabacco Nr. 030

Brixen - Villnöss 1:25.000

Kompaß Nr. 59

Sellagruppe 1:50.000 (ISBN 3-87051-066-8)

Tabacco Nr. 029

Schlern - Rosengarten - Regglberg 1:25.000

Tabacco Nr. 014

Val di Fiemme - Lagorai - Latemar 1:25.000 (ISBN 3- 87051- 814-6)

freytag & berndt WKS 14

Trento Lagorai - Val die Cembra - Valsugana 1:50.000

Kompaß Nr. 101

Trentino 1:50.000

 

1. Etappe 2. Etappe 3. Etappe 4. Etappe

Die Etappen aus der Vogelperspektive

 

XTR Kona Song

Rolling Stones / Ralli

Der Andi hat ein Bike, da haut's dich vom Hocker,
das ist ultralight und im Flaschenhalter steckt ne' Cola - See-oh el-aya Cola.
Der Sattel ist blau und die Bremsen sind grau,
natürlich XTR, denn Andis Bike ist ein KONA- See-oh el-aya KONA, ein XTR KONA.

Zum Routenbauer hat er sich ernannt, für die Transalp Tour ist er nun schon weltbekannt auf seinem KONA - See-oh el-aya KONA.
Da werden die Singeltrails nur so abgebiked, man spart ne' Menge Power auf die Dauer - fährt man KONA - See-oh el-aya KONA, ein ultralight KONA.

Mich hat das Fieber auch erfaßt, ich hab gleich all mein Geld in den Bikeshop geschafft,
für Tune MIG/MAG hat es nicht ganz gereicht, doch ich schwör: Dem Andi zeig ich's gleich!

Ich wuchte mein Bike zum Paß hinauf, es lastet schwer auf mir und ich bin kurz vorm Koma - See-oh el-aya KOMA, denn ich hab ja kein KONA.

Das Ziel ist noch weit, und ich bin schon ganz breit,
ich komm als letzter oben an, und hör den alten Spruch:
Da kommst du endlich, los weiter geht's!

Die letzte Chance die ich jetzt noch hab,
ist das mein Freilauf bricht und ich ne' Pause mach,
und trink ne' Cola - See-oh el-aya Cola.

Und nächstes Jahr, daß weis ich genau, ich verzichte auf Komfort,
ich will auch ein ultralight KONA - See-oh el-aya KONA.

Dann fetze ich die Berge im Wheelie hinauf,
wenn das Schaltauge abbricht, da hab ich Garantie drauf,
der Andi wird mich nur noch von hinten sehn,
denn erst an der Kneipe, da komm ich zum stehn.

Nach drei bis vier Bier käme die Mannschaft dann an, ich gäbe jeden eins aus,
den das ist Ehrensache fährt man KONA - See-oh el-aya KONA, ein XTR KONA.

KONA, ich gäbe einen aus hätte ich ein KONA, ein XTR KONA.

 

Dank

Ganz wesentlichen Einfluss auf das Gelingen dieser Tour hatte unsere "Busfahrerin" Eva, die jeden Tag unsere ganzen Klamotten von einem Zeltplatz zum nächsten transportierte und mit uns für den Fall der Fälle Handykontakt hielt. Vielen Dank an Eva dafür.

Weiterer Dank gilt dem Kreissportbund Dresden, welcher uns zu günstigen Konditionen einen Kleinbus zur Verfügung gestellt hat.

Bedanken möchten wir uns auch bei den Privatpersonen und den Mitarbeitern der Gemeinden, auf deren Grundstücken bzw. Land wir unentgeltlich zelten durften.

Besonders bedankt sich natürlich Andi (der Routenbauer) bei seinen Mitstreitern, dass Sie in diesem Jahr nie (offen) den Routenbauer erschlagen wollten.

(c) 2002 by Andi und Ralph